Was ist ein Abrufkredit?

Kunde fragt sich, was ein Abrufkredit ist.
Abrufkredit, was ist das?

Mit einem Abrufkredit erhalten Verbraucher einen Kreditrahmen eingeräumt, auf denen sie jederzeit zugreifen können. So lassen sich finanzielle Lücken einfach schließen ohne dabei jedes mal einen Kredit zu beantragen oder an feste Laufzeiten und Kreditraten gebunden zu sein.
Vom Prinzip her funktioniert der Abrufkredit wie ein Dispositionskredit auf dem Girokonto, bietet jedoch die wesentlich besseren Konditionen. Diese können sich je nach Anbieter deutlich unterscheiden, sodass sich ein genauer Kreditvergleich in jedem Falle lohnt.

Vorteile eines Abrufkredits im Überblick:

  1. Kreditrahmen je nach Bonität zwischen 2.500 und 25.000 Euro
  2. Kostenlose Bereitstellung
  3. Keine Bearbeitungsgebühren
  4. Jederzeit über die volle Summe oder Teilbeträge verfügen
  5. Zinsen werden nur für in Anspruch genommene Beträge berechnet
  6. Tilgung in einer Summe oder flexiblen Raten
  7. Deutlich günstiger als ein Dispo
  8. Bequem online beantragen

Der Abrufkredit kann bei jedem beliebigen Anbieter abgeschlossen werden. Ein Girokonto ist hierfür nicht erforderlich.

Laufzeiten beim Abrufkredit

Abrufkredite werden ohne feste Laufzeit vergeben. Die monatliche Mindesttilgung begründet ebenfalls keine Laufzeit, da die zurückgeführten Beträge sofort wieder als Kreditrahmen zur Verfügung stehen. Hiervon unabhängig kann der Abrufkredit sowohl von der Bank wie auch vom Kreditnehmer mit einer gewissen Frist gekündigt werden. In der Regel beträgt diese zwischen drei und sechs Monate. Dazu können nicht in Anspruch genommene Teile des Kreditrahmens jederzeit gekündigt werden.

Mögliche Kreditsummen für einen Abrufkredit

Der mögliche Kreditrahmen hängt immer von der Bonität des Antragstellers ab. In der Regel bieten die Kreditinstitute Beträge zwischen 2.500 und 25.000 Euro an. Damit gehen die Möglichkeiten weit über die eines Dispositionskredits hinaus. Solange der Kreditrahmen nicht Anspruch genommen wird, entstehen in der Regel keinerlei Kosten. Zudem kann der Kreditnehmer frei entscheiden, welchen Betrag er abrufen möchte. Eine Mindestauszahlung seitens der Banken gibt es nicht.

Wie funktioniert die Kreditauszahlung?

Wer einen Abrufkredit abschließt, erhält von der Bank das Recht, einen bestimmten Kreditrahmen in Anspruch nehmen zu können. Um einen bestimmten Betrag abzurufen gibt es je nach Anbieter verschiedene Möglichkeiten. Handelt es sich dabei um eine Direktbank, kann die Auszahlung ganz bequem online beantragt werden. Der Betrag wird dann auf das beim Vertragsabschluss genannte Referenzkonto überwiesen. Alternativ können Beträge zumeist auch telefonisch angefordert werden. Kunden von Filialbanken begeben sich in die nächste Filiale und füllen hier ein Anforderungsformular aus.

Wie wird der Abrufkredit getilgt?

Bei den meisten Kreditinstituten gilt eine monatliche Mindesttilgung, welche der Kreditnehmer leisten muss. Diese beträgt zumeist zwischen ein und zwei Prozent des in Anspruch genommenen Kreditbetrags. Darüber hinaus können jederzeit Sondertilgungen vorgenommen werden. Hierfür entstehen dem Kreditnehmer keinerlei zusätzlichen Kosten. Einige Kreditinstitute bieten zudem die Möglichkeit, lediglich die monatlich anfallenden Zinsen zu begleichen. Ebenfalls möglich ist die Vereinbarung einer festen zusätzlichen Rate, die per Lastschrift vom Referenzkonto abgebucht werden.

In seltenen Fällen räumen Banken für den Abrufkredit auch eine tilgungsfreie Zeit ein. In diesem Fall müssen Kreditnehmer erst nach einem gewissen Zeitraum mit der Rückzahlung beginnen.

Verzinsung von Abrufkrediten

Bei Abrufkrediten gilt eine variable Verzinsung. Das bedeutet, dass sich der Zinssatz jederzeit ändern kann. Zinsen fallen generell nur für den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag an.

Im Vergleich zu einem Dispositionskredit sind die Zinssätze bei einem Abrufkredit deutlich geringer.
Je nach Anbieter bewegt sich der effektive Jahreszins zwischen 6 und 9 Prozent. Dagegen werden für den Dispo oftmals Zinssätze von bis zu 14 Prozent berechnet. Die anfallenden Zinsen werden zusammen mit der vereinbarten Mindesttilgung monatlich vom Referenzkonto des Kreditnehmers eingezogen.

Voraussetzungen für einen Abrufkredit

Für einen Abrufkredit gelten ähnliche Voraussetzungen wie bei einem Dispo oder Ratenkredit. In erster Linie muss der Kunde ein ausreichendes Einkommen sowie eine Schufa-Auskunft ohne negative Einträge nachweisen können. Das Einkommen sollte nach Möglichkeit aus einer Tätigkeit als Arbeitnehmer, Angestellter oder Beamter stammen. Bei einigen Banken wird zudem ein unbefristetes Arbeitsverhältnis verlangt. Dazu darf sich der Antragsteller zumeist nicht mehr in der Probezeit befinden. Siehe auch Artikel zum Thema Sofortkredit Voraussetzungen.

Grundsätzlich besteht auch für Selbstständige und Freiberufler die Möglichkeit, einen Abrufkredit zu erhalten. Diese müssen zumeist die Steuerbescheide der letzten Jahre sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung bzw. eine betrieswirtschaftliche Auswertung (BWA) vorliegen.

Hier noch einmal die Voraussetzungen im Überblick:

  • nachweisbares regelmäßiges Einkommen
  • ausreichend gute Bonität
  • von Vorteil: Angestellter im unbefristeten Arbeitsverhältnis
  • bei Selbstständigen bzw. Freiberuflern: Nachweise der oben genannten Unterlagen der letzten Jahre

Abrufkredite und ihre Verwendung

Aufgrund der flexiblen Einsatzmöglichkeiten gewinnen Abrufkredite bei Privatkunden immer mehr an Bedeutung. Die Vorteile gegenüber einem Dispositionskredit sind gewaltig. So ist der Abrufkredit nicht nur deutlich günstiger, auch der finanzielle Rahmen ist um einiges höher. Wer dringend ein neues Auto oder Möbel benötigt, wird den hohen Kreditrahmen sicher zu schätzen wissen und muss keinen speziellen Autokredit aufnehmen.

Wer größere Anschaffungen mit dem Abrufkredit finanziert sollte jedoch auch einige Punkte beachten. Durch seine Flexibilität kann der Kredit leicht zu unnötigen Käufen verleiten.

Dazu droht aufgrund der zumeist sehr geringen Mindesttilgung unter Umständen eine Überschuldung.
Eine Verteilung der Rückzahlung über einen langen Zeitraum schraubt die Zinsbelastung in die Höhe. Deshalb ist es ratsam, den Abrufkredit immer so schnell wie möglich wieder zu tilgen.

Abrufkredit über eine Ausfallversicherung absichern

Die meisten Banken bieten zum Abrufkredit eine optionale Kreditausfallversicherung an. Diese übernehmen in Fällen wie Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit die anfallenden Mindestraten. Bei Tod des Kreditnehmers wird der noch offene Kreditbetrag abgelöst. Allerdings kann eine solche Versicherung die Kosten des Kredits deutlich erhöhen. Marktüblich ist eine monatliche Prämie von 1 Prozent des in Anspruch genommenen Kreditbetrags.

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