Anschlussfinanzierung: Checkliste für Bausparer

Wenn die vereinbarte Zinsbindung für eine Immobilienfinanzierung zwischen Kreditinstitut und Kunde nach 10 oder 15 Jahren ausläuft, ist die Schuld in der Regel noch nicht voll getilgt. Und den Restbetrag aus eigener Tasche zu zahlen, ist so gut wie nie möglich. Bei der Anschlussfinanzierung müssen die Zinsen nun neu ausgehandelt werden – der Verbraucher hat die Wahl zwischen der alten oder einer neuen Bank sowie alternativen Kreditangeboten. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Möglichkeit der Anschlussfinanzierung sich Ihnen bieten. Außerdem erklärt Ihnen anschlussfinanzierungen-vergleich.de anhand, worauf Sie dabei unbedingt achten sollten.

Checkliste zur Anschlussfinanzierung: Nicht nur der Zinssatz zählt

Da eine Verlängerung für Ihre Bank weniger Aufwand bedeutet als der ursprüngliche Abschluss des Vertrags, sollten die Konditionen mindestens gleich bleiben, nach Möglichkeit aber sogar verbessert werden. Auf der Suche nach der geeigneten Anschlussfinanzierung gibt es neben dem Tilgungssatz diverse andere Faktoren, die optimiert werden können. Wir haben die wichtigsten Kriterien in einer Checkliste zur Anschlussfinanzierung zusammengestellt.

  • Laufzeit und Zinssatz der Tilgung: Bei einer Laufzeit von fünf Jahren sollten die Zinsen aktuell unter 1 Prozent liegen, bei einer Laufzeit von zehn Jahren unter 2 Prozent. Der Tilgungssatz ist natürlich ein wichtiges Kriterium, sollte aber keinesfalls allein entscheidend für die Entscheidung sein.
  • Variabilität der Verzinsung: Über den klassischen Zinssatz hinaus gibt es weitere vielfältige Möglichkeiten. Bei einem variablen Darlehen gibt es keine festgeschriebene Zinsbindung über einen mehrjährigen Zeitraum, stattdessen wird der Zinssatz in regelmäßigen Abständen, zumeist vierteljährlich, neu berechnet. Durch den gebildeten Referenzzinssatz ist der Vertrag an die aktuellen Zinsentwicklungen gekoppelt. Momentan ist es bei dem Niedrigzinskurs der EZB eine echte Alternative. Im Vorfeld ist es jedoch oftmals schwer abzuschätzen, ob dieses Konzept finanzielle Vor- oder Nachteile mit sich bringt.
  • Sondertilgungsrechte: Wenn Sie über die vereinbarte Rate hinaus zurückzahlen möchten, werden zumeist vertragliche Vorfälligkeitszinsen fällig. Diese sind oftmals undurchsichtig und daher umstritten. Versuchen Sie, eine kostenlose Möglichkeit der Sondertilgung in den Kontrakt einzubauen. Branchenüblich ist es, jährliche Sondertilgungen von drei bis zehn Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme zu gestatten. Alternativ könnte auch ein Prozentsatz in Höhe von 30 bis 50 Prozent des Gesamtbetrags ohne zusätzliche Kosten gesondert getilgt werden.
  • Risiko-Zinsaufschlag: Diese Klausel wird häufig aufgenommen, wenn zum Vertragsabschluss wenig Eigenkapital vorhanden ist. Weitere Einflussfaktoren sind die Bonität sowie die Wert und Lage der Immobilie selbst. Wenn sich Ihre finanzielle Situation seit dem Abschluss des Kontrakts verbessert hat, sollten Sie den Risiko-Zinsaufschlag neu aushandeln oder im Idealfall ganz aus dem Vertrag streichen lassen. Denn oftmals wird die Klausel bei einer Anschlussfinanzierung automatisch verlängert.

Abschlussfinanzierung über KfW

Sie können Ihre Abschlussfinanzierung auch schon vor Ablauf der Zinsbindungsfrist verlängern. Dieses sogenannte Forward-Darlehen ist insbesondere sinnvoll, wenn Sie steigende Zinsen für Ihre Immobilie erwarten und die aktuelle Höhe der Zinsen sichern möchten. Allerdings ist es natürlich schwer, den perfekten Augenblick Abschlussfinanzierung zu finden, da sie in diesem Fall ja eine Art Wette eingehen. Eine Marktübersicht über die aktuellen Konditionen von Forward-Darlehen können Sie sich in der Regel bei der Verbraucherzentrale beschaffen. Damit stärken Sie ihre Verhandlungsposition. Es empfiehlt sich ohnehin vor der Verlängerung der Abschlussfinanzierung, ein oder mehrere alternative Angebote anderer Banken zu checken. Online-Anbieter zeichnen sich hierbei oftmals durch niedrige Zinssätze aus, können dafür aber keine Beratung vor Ort garantieren.

Auch zu einem späteren Zeitpunkt können Sie natürlich jederzeit verlängern, sofern Sie mit den Konditionen Ihres Kreditinstitutes einverstanden sind. Wenn das alte Darlehen in einigen Monaten ausläuft, kommt auch ein Paralleldarlehen in Frage. Es dient zur kurz- und mittelfristige Überbrückung, bis die Anschlussfinanzierung wenige Monate später startet. Wenn die Bank kurz vor dem Ablauf der Zinsbindungsfrist auf Sie zukommt, müssen Sie schlechtere Konditionen einkalkulieren. In diesem Fall ist besonderes Verhandlungsgeschickt gefragt, dass Sie sich durch Information und alternative Angebote aneignen können. Besser ist es allemal, sich frühzeitig Gedanken über die Abschlussfinanzierung zu machen.

Aufgrund der niedrigen Zinsen sind die Förderkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ebenfalls sehr populär. Hier gibt es jedoch den Haken, dass eine Abschlussfinanzierung nur dann in Erwägung gezogen werden kann, wenn auch schon die Baufinanzierung von der KfW gefördert wurde. Umschuldungen sind auf diese Art und Weise etwa nicht möglich.

Zusammenfassung: Checkliste zur Abschlussfinanzierung

  • Laufzeit und Zinssatz checken
  • Variable Verzinsung in Betracht ziehen
  • Sondertilgungsrechte einräumen lassen
  • Risiko-Zinsaufschlag minimieren oder streichen

Tipps:

Regelmäßig die Zinsentwicklung verfolgen. Schon etwa zwei Jahre im Voraus Gedanken über Alternativen machen und später Vergleiche von mehreren Anbietern einholen!