Beim Gesellschafterdarlehen überlässt ein Gesellschafter einer Personengesellschaft dem Unternehmen ein Darlehen. Dabei gelten Gesellschafterdarlehen als Einlagen. Rückzahlungen sind im Gegenzug Entnahmen. Zu unterscheiden ist, ob es sich dabei um Eigenkapital oder Sonderbetriebsvermögen handelt.

Gesellschafterdarlehen: Negative Bilanz (Bild: Thorben Wengert / pixelio.de)

Nicht nur Banken können Kapitalgesellschaften ein Darlehen gewähren. Beim Gesellschafterdarlehen vergeben Gesellschafter der Gesellschaft ein Darlehen. Sie haben anschließend Rückzahlungsansprüche. Nur beim eigenkapitalersetzenden Darlehen werden Ansprüche auf Rückforderung verwehrt. Geregelt ist im GmbHG (§§ 32a, 32b), dass ein Gesellschafterdarlehen in herkömmliches Eigenkapital umqualifiziert wird. Ist die GmbH insolvent, können Forderungen nicht durchgesetzt werden. Das Darlehen wird als Eigenkapitalzufuhr behandelt – Gesellschafter haben ein Darlehen vergeben. In der Buchhaltung (Bilanz) steht das Darlehen unter den Verbindlichkeiten. Als Nachteil für die Gesellschafter ist ein Gesellschafterkredit anzusehen im Insolvenzfall. Warum? Das Darlehen ist ein Eigenkapitalersatz. Kommt es zur Insolvenz, wird das Gesellschafterdarlehen erst bedient, wenn alle anderen Gläubiger befriedigt sind.

Wann kommt ein Gesellschafterdarlehen in Frage?

In Zeiten der Finanzkrise geraten Gesellschaften schnell in Schieflage. Mittelständischen Gesellschaften werden dann Bankkredite verwehrt. Eine Möglichkeit benötigte Finanzmittel zu erhalten, stellt das Gesellschafterdarlehen dar. Damit verbunden sind Risiken für die Gesellschafter und Geschäftsführer.

Tipp: Im Falle eines Gesellschafterdarlehens immer einen Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht hinzu ziehen. Sie können die Haftungsrisiken für den Geschäftsführer bereits beim Entwurf des Darlehensvertrags mindern.

Vorsicht beim Darlehensvertrag

Formaler Aspekt eines Gesellschafterdarlehens: Formfehler können zum Nachteil für die Gesellschaft werden. Es gibt Formvorschriften. Im Darlehenvertrag wird geregelt, welche Leistungen Gesellschafter und Gesellschaft jeweils erbringen. Die Darlehensbedingungen sollten so sein, dass auch Dritte den Gesellschafterdarlehensvertrag in der Form hätten schließen können. Nicht erlaubt sind zum Beispiel ein Gesellschafterdarlehen mit für die Gesellschaft günstigen Bedingungen. Die Finanzbehörde würde dies als verdeckte Kapitaleinlage sehen. An die Gesellschafter gezahlten Zinsen würden nicht als abzugsfähige Betriebsausgaben gewertet und dementsprechend nicht die Steuer senken. Damit solche Fehler vermieden werden, ist es sinnvoll hohe Gebühren für einen solchen Darlehensvertrag festzulegen.