Kreditvergleich bei Stiftung Warentest

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Die Stiftung Warentest setzt sich unter anderem intensiv mit dem Thema Kredit auseinander

Die Stiftung Warentest führt unter anderem Produktvergleiche zu den verschiedenen Kreditangeboten durch. So können Verbraucher sich beispielsweise monatlich aktualisiert die Konditionen einer Vielzahl von Ratenkrediten anzeigen lassen.

Zudem werden auch die anderen Kreditarten wie Autofinanzierungen, Dispo, Abrufkredit oder Immobilienfinanzierung regelmäßig unter die Lupe genommen. Die Experten der Stiftung Warentest informieren außerdem über wichtige Gesetzesänderungen und geben eine Reihe von Tipps rund um das Thema Kredite.

Autofinanzierung (02/2019)

Stiftung Warentest hat aktuelle Wege der Autofinanzierung getestet. Grundlegend kommen vier Arten der Finanzierung in Frage: Leasing, Drei-Wege-Finanzierung, Ratenkredit und Barzahlung. Alle Methoden haben ihre Vor- und Nachteile.

Barzahlung:

Besonders günstig ist laut Stiftung Warentest in der Regel die Barzahlung. Das liegt vor allem daran, dass bei Barzahlung keine Kreditzinsen anfallen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die meisten Händler bei Barzahlung gerne noch einmal mit sich über den Preis reden lassen. Eine Finanzierung ist mit Aufwand verbunden, der Zeit und Geld kostet. Außerdem besteht immer das Risiko eines Zahlungsausfalls. Mit der Barzahlung ist das Geschäft sofort und risikofrei abgeschlossen, weswegen häufig Rabatte möglich sind. Der Nachteil ist natürlich, dass man die gesamte Kaufsumme auf einmal aufbringen muss. Im Zweifel muss man noch etwas warten, bis man das Geld zusammengespart hat. Oder man finanziert den fehlenden Betrag mit einem günstigen Autokredit.

Ratenkredit:

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Stiftung Warentest testet unterschiedliche Kreditarten, unter anderem Ratenkredite

Eine günstige Alternative ist die Finanzierung mittels Ratenkredit. Hier weist Stiftung Warentest darauf hin, dass viele Hersteller günstige Finanzierungsangebote über ihre eigenen Banken anbieten. Ein Vergleich mit einem Autokredit von einer unabhängigen Bank kann sich aber auch lohnen. Ein Nachteil bei dieser Art der Finanzierung ist allerdings, dass das Auto dem Verbraucher erst dann gehört, wenn der Kredit vollständig zurückgezahlt ist.

Dass ein Autokredit der Herstellerbank nicht zwingend die günstigste Möglichkeit der Finanzierung ist, zeigt Stiftung Warentest anhand eines Beispiels. Wer im Sommer 2018 für 26.600 Euro einen BMW gekauft und über Accedo finanziert hat, hätte für das Auto insgesamt 27.119 Euro ausgegeben. Die Finanzierung über die BMW-Bank wäre in etwa 1.500 Euro teurer gewesen. Umgerechnet entspricht das einer Ersparnis von knapp 30 Euro pro Monatsrate.

Drei-Wege-Finanzierung:

Ein Zwischenweg ist die Drei-Wege-Finanzierung. Diese funktioniert zunächst wie eine Ratenfinanzierung. Der Verbraucher leistet eine bestimmte Anzahlung und bezahlt den Rest in Raten. Bei der Drei-Wege-Finanzierung ist die Kreditlaufzeit jedoch kürzer als bei einer Ratenfinanzierung. Nach Ablauf der Ratenzahlungen bleibt eine Restsumme, die in bar bezahlt werden kann, sodass das Fahrzeug in den Besitz des Verbrauchers übergeht.

Alternativ kann das Auto zurückgegeben werden, wobei zusätzliche Kosten entstehen können, abhängig vom Zustand des Autos. Eine Weiterfinanzierung ist ebenfalls möglich. Stiftung Warentest hält die Drei-Wege-Finanzierung für gut, wenn die Abschlussrate in bar bezahlt werden kann. Dies sollte jedoch vor dem Kauf bereits gesichert sein.

Es wird davor gewarnt, die Drei-Wege-Finanzierung zu nutzen, um sich ein Auto leisten zu können, welches eigentlich über dem aktuellen Budget liegt. Die Abschlussrate ist in der Regel noch ziemlich hoch, da sie dem errechneten Zeitwert des Fahrzeugs entspricht.
Eine Weiter- oder Anschlussfinanzierung ist eine schlechte Wahl, da sich die Gesamtkreditkosten im Normalfall teils sehr stark erhöhen, sodass eine normale Ratenfinanzierung im Endeffekt günstiger wäre.

Leasing:

Als letzte Möglichkeit bleibt das Leasing. Der Verbraucher erwirbt ein Nutzungsrecht und zahlt den Wertverlust während der Nutzungszeit. Für Privatpersonen ist Leasing wenig geeignet, da der Wertverlust in den ersten Jahren besonders hoch ist. Lohnenswerter wären da Verträge, die auf Grundlage der Kilometerleistung abrechnen. Trotzdem bleibt Leasing für Privatpersonen oftmals unattraktiv. Für Selbstständige hingegen kann sich Leasing lohnen. Monatsraten und Anzahlung können in der Steuererklärung als Betriebsausgaben geltend gemacht werden, was Privatpersonen nicht möglich ist.

Anschlusskredite (06/2018)

Anschlussfinanzierungen bieten Immobilienbesitzern gute Möglichkeiten, ihren Immobilienkredit oder ihr Hypothekendarlehen günstig abzulösen. Stiftung Warentest hat 2018 zahlreiche Anschlussfinanzierungen getestet. Dabei sollten die Angebote unbedingt vergleichen werden, für den Modellkunden waren Einsparungen von über 20.000 Euro drin.

Stiftung Warentest weist in ihrem Test darauf hin, dass Verbrauchern nach zehn Jahren ein Sonderkündigungsrecht zusteht. Eine Vielzahl Immobilienbesitzer kann davon profitieren und in einen Anschlusskredit wechseln. Das lohnt sich für jeden, der mehr als ein Prozent Zinsen für seine Immobilienfinanzierung bezahlt, denn aufgrund der Niedrigzinsphase gibt es Anschlussfinanzierungen mit zehnjähriger Zinsbindung schon mit Zinssätzen von weniger als einem Prozent.

Getestet wurden die Angebote für einen Modellkunden, dessen Immobilie 250.000 Wert ist. Die Restschuld beläuft sich auf 150.000 Euro. Der Test zeigt, dass sich ein Vergleich lohnt. Die Unterschiede bezüglich der Zinslast betragen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot stolze 20.100 Euro.

Günstige Anschlusskredite und Forward-Darlehen

Nach zehn Jahren kann jeder Immobilienkredit mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten gekündigt werden. Wer seinen Kredit jetzt kündigen kann, sollte das tun, denn es kann sich lohnen, eine Anschlussfinanzierung mit einer Zinsbindung von weiteren zehn bis fünfzehn Jahren abzuschließen. Solche Finanzierungsangebote gibt es teils mit Zinssätzen von unter einem Prozent. Finanzexperten gehen davon aus, dass die Zinsen in Zukunft wieder steigen werden. Es ergibt folglich durchaus Sinn, sich die aktuellen Zinsen für weitere zehn bis fünfzehn Jahre zu sichern.

Wer derzeit kein Sonderkündigungsrecht nutzen kann, weil es bis dahin noch zwei bis vier Jahre sind, kann sich mit einem Forward-Darlehen langfristig niedrige Zinsen sichern.
Ein Forward-Darlehen funktioniert wie eine Anschlussfinanzierung, welche im Voraus abgeschlossen wird. Die neue Zinsbindung wird erst zum vereinbarten Zeitpunkt gültig. Somit kann man von den heute niedrigen Zinsen auch noch in vier Jahren profitieren.

Diese Zinsgarantie gibt es aber nicht umsonst. Die Banken schlagen etwas auf den Zinssatz auf. Trotzdem sind niedrige Zinssätze möglich. Stiftung Warentest legt aber auch dar, dass Forward-Darlehen mit einem gewissen Risiko einhergehen. Wer zum Beispiel in drei Jahren eine Anschlussfinanzierung mit einem garantierten Zinssatz von 1,5 Prozent nutzen möchte, kann nur profitieren, wenn der dann übliche Zinssatz darüber liegt. Sollten die Zinsen in drei Jahren bei zwei Prozent liegen, wäre das Darlehen ein gutes Geschäft. Bleiben die Zinsen hingegen so niedrig, wäre es ein Verlustgeschäft, denn statt der niedrigen Zinsen, müssten trotzdem die vereinbarten 1,5 Prozent gezahlt werden.

Das sind die für den Modellkunden günstigsten Anschlusskredite laut Stiftung Warentest, sortiert nach dem effektiven Jahreszins ohne Vorlaufzeit bei einer Zinsbindung von 10 Jahren:

AnbieterOhne Vorlaufzeit2 Jahre3 Jahre4 Jahre
Baufi Direkt0,96 Prozent1,32 Prozent1,57 Prozent1,85 Prozent
Haus & Wohnen0,96 Prozent1,32 Prozent1,57 Prozent1,98 Prozent
Sparda Hessen0,96 Prozent1,32 Prozent1,57 Prozent
Enderlein0,97 Prozent1,31 Prozent1,56 Prozent1,87 Prozent
Planethyp0,97 Prozent1,31 Prozent1,56 Prozent1,87 Prozent

Restschuldversicherung (04/2018)

Mit einer Restschuldversicherung können Immobilienbesitzer ihre Hinterbliebenen nach dem Todesfall absichern. Stirbt der Kreditnehmer, übernimmt die Versicherung die Restschuld eines Immobilienkredits, sodass zum Beispiel der Lebenspartner nicht alleine mit den Schulden leben muss.

Stiftung Warentest hat Restschuldversicherungen getestet und dabei zunächst die drei Varianten unter die Lupe genommen. Die Beiträge wurden für einen 35-jährigen Nichtraucher berechnet. Die Höhe des Darlehens betrug 200.000 Euro bei 20-jähriger Laufzeit und einem Effektivzins von 2,018 Prozent.

1. Tarife mit jährlicher Anpassung an den Tilgungsplan

Stiftung Warentest empfiehlt diese Tarifvariante. Bezüglich der Beiträge ist die Restschuldversicherung zwischen den beiden anderen Tarifarten anzusiedeln. Diesen Versicherungsschutz gibt es schon für 64 Euro pro Jahr. Die Höhe der Versicherungssumme wird jährlich an den Tilgungsplan angepasst. Der große Vorteil hierbei ist, dass die Restschuld stets vollständig abgesichert ist. Beispiele:

AnbieterTarifBarwert aller BeiträgeBeitrag im ersten Jahr
EuropaE-VRL1096 Euro66 Euro
Credit LifeTH171097 Euro57 Euro
InterriskSR2PN1168 Euro77 Euro
HannoverscheT4N101242 Euro79 Euro
DialogRisk-vario1420 Euro93 Euro

2. Tarife mit erst gleichbleibendem, dann konstant fallendem Schutz

Diese Form der Restschuldversicherung versichert in den ersten Jahren die komplette Darlehenssumme. Anschließend verringert sich die Versicherungssumme stetig. Der Schutz ist hier besonders groß, da vor allem zu Beginn der Laufzeit eine Überdeckung besteht. Allerdings hat dieser Schutz auch seinen Preis, denn diese Tarife sind in der Regel teurer als die anderen. Beispiele:

AnbieterTarifBarwert aller BeiträgeBeitrag im ersten Jahr
EuropaE-VRL1174 Euro71 Euro
WürttembergischeSB: RisikoLV Kompakt1316 Euro86 Euro
HannoverscheT3N101344 Euro79 Euro
BaslerRisikoVersicherung1386 Euro112 Euro
DialogRisk-vario1495 Euro103 Euro

3. Tarife mit konstant fallendem Versicherungsschutz

Diese Form der Restschuldversicherung ist besonders günstig. Der Modellkunde zahlt für seinen Versicherungsschutz nur 974 Euro insgesamt. Die jährlichen Beiträge können demnach als vernachlässigbar bezeichnet werden. Problematisch ist, dass der Versicherungsschutz konstant sinkt, während die tatsächliche Restschuld anfangs deutlich langsamer sinkt.

Im Todesfall würde vor allem in den ersten Jahren eine Deckungslücke zu finanzieren sein, da die Versicherungssumme alleine nicht für die Rückzahlung ausreicht. Die Angehörigen können mit Finanzierungslücken von bis zu mehreren tausend Euro rechnen. Beispiele:

AnbieterTarifBarwert aller BeiträgeBeitrag im ersten Jahr
EuropaE-VRL1015 Euro61 Euro
InterriskSR2LN1015 Euro66 Euro
WürttembergischeSB: RisikoLV Kompakt1110 Euro73 Euro
HannoverscheT3N101147 Euro79 Euro
BaslerRisikoVersicherung1194 Euro103 Euro

Alternative: Risikolebensversicherung

Stiftung Warentest weist darauf hin, dass die Restschuldversicherung nur im Todesfall ausgezahlt wird und nur die Restschuld versichert ist. Ein zusätzliches finanzielles Polster erhalten die Hinterbliebenen nicht. Gerade für Familien kann sich zusätzlich oder als Alternative eine Risikolebensversicherung lohnen.

Eine Risikolebensversicherung über 200.000 Euro ist zwar teurer als eine Restschuldversicherung, dafür wird die Summe im Todesfall jedoch in voller Höhe ausgezahlt. Bei einer Restschuldversicherung haben die Hinterbliebenen zwar ein abbezahltes Haus, müssen allerdings auch irgendwie die Unterhaltskosten aufbringen können. Bei einer Risikolebensversicherung hätte die Familie 200.000 Euro. Davon kann der Kredit weiter bedient werden und die Differenz zur Restschuld würde die Familie zumindest für eine Zeit lang zusätzlich finanziell absichern.

Bausparen lohnt sich für Modernisierungen mehr denn je (7/2016)

Aufgrund der niedrigen Sparzinsen ist das Bausparen als reiner Sparvertrag nicht empfehlenswert. Anders sieht es jedoch bei Hausbesitzern aus, die in den nächsten Jahren eine Modernisierung ihrer Immobilie planen. Mit einem Bausparvertrag lassen sich die attraktiven Zinsen für einen Kredit bereits Jahre im Voraus sichern. In der Ausgabe 7/2016 hat Finanztest die Angebote von 16 Bausparkassen anhand dreier Modellfälle getestet. Dabei wurde der finanzielle Vorteil gegenüber einem Banksparplan mit 1 Prozent Rendite und einem Darlehen mit 4,5 Prozent effektivem Jahreszins ermittelt. Das Ergebnis zeigt, dass sich ein Vergleich in jedem Falle lohnt. Je nach Finanzierungssumme ergaben sich Unterschiede von mehr als 1.500 Euro.

  • Modelfall 1: Auszahlung 15.000 Euro, Finanzierungszeit vier Jahre
  • Modelfall 2: Auszahlung 30.000 Euro, Finanzierungszeit sechs Jahre
  • Modelfall 3: Auszahlung 50.000 Euro, Finanzierungszeit acht Jahre

Für den ersten Modelfall kam das beste Angebot von der Bausparkasse Mainz. Der Tarif MaxDirekt F bringt einen finanziellen Vorteil von 383 Euro. Auf dem zweiten Platz lag Marktführer BHW gefolgt vom Deutsche Bank Bausparen.

Beim zweiten Modelfall konnte die Alte Leipziger Versicherung sowie ebenfalls die Bausparkasse Mainz punkten. Im Vergleich zu klassischen Bankangeboten ergab sich hierbei ein finanzieller Vorteil von 971 bis 967 Euro. BHW lag mit einem finanziellen Vorteil von 2.481 Euro im dritten Modellfall deutlich vorne. Auf die weiteren Plätze kamen Deutsche Bank (2.189 Euro) sowie LBS Ost (1.913 Euro).

Kredite zum Hauskauf im Test bei Stiftung Warentest

Vergleichen lohnt sich natürlich auch bei einem klassischen Immobilienkredit. Finanztest hat bei einer Untersuchung im Januar 2016 Zinsunterschiede von bis zu 66.500 Euro festgestellt. Unter die Lupe genommen wurden 110 Angebote von Banken, Versicherungen, Vermittlern und Bausparkassen. Dabei wurde zwischen überregionalen Anbietern mit und ohne Filialen sowie regionalen Anbietern unterschieden. Zur Anwendung kamen fünf unterschiedliche Modellfälle.

  • Modelfall 1: Immobilienpreis 250.000 Euro, Kreditsumme 180.000 Euro, Volltilgerdarlehen über 20 Jahre Laufzeit.
  • Modelfall 2: Immobilienpreis 250.000 Euro, Kreditsumme 180.000 Euro, Volltilgerdarlehen über 25 Jahre Laufzeit.
  • Modelfall 3: Immobilienpreis 250.000 Euro, Kreditsumme 180.000 Euro, Kombidarlehen mit verschiedenen Laufzeiten.
  • Modelfall 4: Immobilienpreis 400.000 Euro, Kreditsumme 360.000 Euro, Zinsbindung 15 Jahre mit der Prozent Tilgung und bis zu fünf Prozent Sondertilgung.
  • Modelfall 5: Effizienzhaus 100 für 300.000 Euro, Finanzierung mit 160.000 Euro Bankdarlehen und 80.000 Euro KfW-Darlehen.

Wer sich für den Kauf eines energetisch sanierten Altbaus entscheidet, erhält einen Immobilienkredit bereits ab einem effektiven Jahreszins von 0,5 Prozent. Ermöglicht wird die günstige Finanzierung durch die Kombination eines Bankkredits mit einem Förderdarlehen der KfW. Zum Testzeitraum waren diese günstigen Konditionen unter anderem bei der DAB Bank, Santander Direkt Bank, Hypovereinsbank und Targobank erhältlich.

Wie der Test zeigt, lässt sich ein Hauskauf auch mit relativ wenig Eigenkapital finanzieren. So gibt es einen Kredit über 90 Prozent des Kaufpreises bei der DAB Bank, Targobank oder Hypervereinsbank schon für 1,96 Prozent Zinsen jährlich. Der Zinssatz wird für fünf Jahre festgeschrieben bei einer Tilgung von 3 Prozent. Der Tilgungssatz kann zweimal gewechselt werden, jährlich ist eine fünfprozentige Sondertilgung möglich.

Mit einem Volltilgerdarlehen können Verbraucher das Risiko einer Zinserhöhung komplett ausschließen. Bei einer Laufzeit von 20 Jahren war die Hypovereinsbank mit einem Zinssatz von 1,91 Prozent am günstigsten. Dieselbe Finanzierung gab es mit 25 Jahren Laufzeit bei den Vermittlern DTW und Kredite-Direkt zu einem Zinssatz von 2,23 Prozent.

Wichtige Finanzierungstipps der Stiftung Warentest:

  1. Eigenkapital: Die vorhandenen Ersparnisse sollten zwischen 10 und 20 Prozent des Kaufpreises sowie die gesamten Kaufnebenkosten abdecken.
  2. Kreditanteil vom Kaufpreis: Sofern der Kreditanteil über 80 oder 90 Prozent liegt, verlangen viele Banken einen Aufschlag auf die Zinsen. Deshalb immer nachfragen wie viel Eigenkapital erforderlich ist, um einen günstigeren Zinssatz zu erhalten.
  3. Förderung: Immer bei der Gemeinde oder dem Landratsamt nachfragen, ob es im jeweiligen Bundesland vergünstigte Darlehen gibt. Bei Erfüllung der Bedingungen sollten zudem immer die KfW-Darlehen genutzt werden.
  4. Tilgung: Die aktuell niedrigen Zinsen ermöglichen Kreditnehmern eine schnellere Tilgung. Zwischen zwei und drei Prozent jährlich sollten es in jedem Fall sein. Wer nach rund 20 Jahren schuldenfrei sein möchte, benötigt eine Tilgung von etwa vier Prozent.
  5. Flexibilität: Sondertilgungen von fünf bis zehn Prozent jährlich sollten bei jedem Immobilienkredit vereinbart werden. Die Möglichkeit einer nachträglichen Veränderung der Monatsrate macht den Immobilienkredit flexibler.
  6. Zinsbindung: Bei einer Zinsbindung von 10 oder 15 Jahren ist der Zinssatz zwar etwas höher, dafür profitieren Kreditnehmer von mehr Sicherheit. Nach Ablauf von zehn Jahren können die Kredite mit einer sechsmonatigen Frist gekündigt werden.
  7. Volltilgerdarlehen: Mit einem Volltilgerdarlehen lässt sich das Zinsrisiko vollständig ausschließen. Günstige Zinsen gibt es allerdings nur bei relativ hohen Raten.
  8. Kombination mit Bausparen: Die Kombikredite der Bausparkassen sind eine gute Alternative zum Volltilgerdarlehen. Die Zinssätze werden hierbei in der Regel ebenfalls bis zum Ende der Laufzeit festgeschrieben.
  9. Riester-Darlehen: Es lohnt sich, Angebote für ein Riester-Darlehen einzuholen. Angeboten werden diese neben den meisten Bausparkassen auch von Allianz und Postbank. Sofern der Zinssatz nur geringfügig höher ist, lohnen sich geförderte Kredite fast immer.
  10. Bereitstellungszinsen: Häuslebauer sollten immer darauf achten, ab wann und in welcher Höhe Bereitstellungszinsen berechnet werden. Zwischen Vertragsabschluss und Auszahlung können mitunter mehrere Monate liegen. Ein Zinssatz von 0,25 Prozent pro Monat ist bei vielen Banken die Regel.
  11. Finanzierungsplan: Besonders wenn die Finanzierung aus mehreren Krediten besteht, sollten Kreditnehmer sich immer einen Finanzierungsplan erstellen lassen.
  12. Verbraucherzentrale: Eine unabhängige Beratung gibt es bei der Verbraucherzentrale. Diese kostet zwischen 100 und 200 Euro pro Jahr.

Schufa und vier weitere Auskunfteien im Kredit Test

Bei einem Kredit Test im Februar 2016 hat Finanztest teilweise schwer Mängel bei der Informationen durch Auskunfteien festgestellt. Lediglich die Schufa wurde mit dem Qualitätsurteil „gut“ bewertet, jedoch gibt es auch hier noch Verbesserungspotenzial. Untersucht wurden neben der Schufa auch die Anbieter Infoscore, Bürgel, Boniversum und Deltavista. Die Bewertung setzte sich zu 55 Prozent aus Inhalt, zu 30 Prozent aus Sprache und zu 15 Prozent aus der Lesbarkeit zusammen.

Bewertung im Einzelnen:

  • Schufa: Inhalt (1,9), Sprache (2,2), Lesbarkeit (4,1), Gesamt (2,3)
  • Infoscore: Inhalt (3,3), Sprache (2,4), Lesbarkeit (3,2), Gesamt (3,0)
  • Bürgel: Inhalt (4,5), Sprache (2,4), Lesbarkeit (2,8), Gesamt (3,6)
  • Boniversum: Inhalt (4,3), Sprache (4,1), Lesbarkeit (3,2), Gesamt (4,1)
  • Deltavista: Inhalt (4,8), Sprache (3,8), Lesbarkeit (3,3), Gesamt (4,3)

Die Schufa konnte besonders mit ausführlichen Informationen punkten, welche Daten gespeichert sind. Eine noch bessere Benotung wäre möglich gewesen wenn die Schufa eindeutiger über die Möglichkeit der Änderung bzw. Löschung von falschen Daten informieren würde. Bei den anderen Anbietern waren die Infos zu gespeicherten Daten, Vertragspartnern sowie Wahrscheinlichkeitswerten nicht vollständig.

Die Stiftung Warentest rät dazu, eine Eigenauskunft zunächst, ohne Personalausweiskopie anzufordern. Diese wird nur verlangt, wenn die Identität nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann. Die von der Auskunftei nicht benötigten Daten wie Personalausweisnummer, sollte dabei geschwärzt werden.

Abrufkredite als Alternative zum Dispo

Der Abrufkredit funktioniert ähnlich wie ein Dispo, ohne dass hierfür ein Girokonto benötigt wird. Die Bank räumt dem Kunden einen Kreditrahmen ein, welcher individuell in Anspruch genommen werden kann. Finanztest hat in der Ausgabe 3/2014 geprüft welche Banken einen solchen Abrufkredit anbieten und wie die Konditionen aussehen.

Bei den bundesweit tätigen Banken war die ING-Diba mit einem Zinssatz von 6,70 Prozent am günstigsten. Angeboten werden Kreditbeträge zwischen 2.500 und 25.000 Euro. Der Kredit kann flexibel zurückgezahlt werden, eine monatliche Mindestrate gibt es nicht. Wer im Öffentlichen Dienst tätig ist, erhält bei Allgemeinen Beamten Kasse einen Abrufkredit zu einem effektiven Jahreszins von 6,75 Prozent, welcher über einen Zeitraum von vier Jahren festgeschrieben wird. Als Kreditrahmen wird das 10-fache Monatsnettoeinkommen angeboten.

Selbstständige finden unter anderem bei der PSD Bank Hannover (6,65 Prozent), Bank11direkt (7,20 Prozent) sowie der Volkswagen Bank direct (7,69 Prozent) günstige Konditionen.

Weniger überzeugend waren die Abrufkredite der Valvois Bank und der Standard Chartered Bank. Mit einem effektiven Jahreszins von mehr als 10 Prozent waren deren Angebote am teuersten.


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