Voraussetzungen für einen Sofortkredit

Damit ein Kreditantrag erfolgreich ist, muss der Kreditnehmer einige Voraussetzungen erfüllen. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich unangenehme Überraschungen vermeiden. Welche Voraussetzungen es im Detail für einen Sofortkredit gibt kann sich je nach Bank unterscheiden. Ein genauer Blick in die Vertragsbedingungen ist deshalb in jedem Falle zu empfehlen.

1. Voraussetzung für den Sofortkredit: Das Alter

Kredite werden in Deutschland generell nur an Personen ab 18 Jahren vergeben. Dies gilt bereits für einen Dispositionskredit auf dem Girokonto. Wer unter 18 einen Kredit aufnehmen möchte benötigt hierfür die Unterschrift der Eltern bzw. eines Vormundes. Dazu gibt es bei vielen Banken ein Höchstalter. So ist es für Rentner ab 65 Jahren nicht immer leicht, einen Kredit zu erhalten. Dies liegt unter anderem daran, dass für ältere Personen keine Restschuldversicherung mehr abgeschlossen werden kann. Dies macht das Risiko für Banken selbst bei einer höheren Rente zu groß, da die Rückzahlung aufgrund des Alters nicht gesichert ist..

2. Voraussetzung: Der Wohnsitz des Kreditnehmers

Wird der Kredit bei einer Bank in Deutschland beantragt, muss der Kreditnehmer auch einen ständigen Wohnsitz innerhalb der Bundesrepublik nachweisen. Dazu wird auch eine deutsche Kontoverbindung benötigt, auf welcher das Einkommen verbucht wird. Bei Kreditnehmern mit einem Wohnsitz im Ausland wäre es für die Bank zu aufwendig bzw. gar nicht möglich entsprechende Vollstreckungsmaßnahmen einzuleiten. Die Voraussetzung eines deutschen Wohnsitzes gilt auch für sogenannte „Schweizer Kredite“ die ohne Schufa Abfrage vergeben werden.

3. Voraussetzung: Bonität bzw. Kreditwürdigkeit

Bevor Banken einen Kredit bewilligen wird immer eine Bonitätsprüfung durchgeführt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Antragsteller in der Lage ist, den Kredit wie vereinbart zu tilgen. Zur Bonitätsprüfung gehört neben einem Einblick in die Gehaltssituation auch eine Abfrage bei der Schufa oder anderen Auskunfteien. Hierbei wird überprüft, ob der Kreditsuchende seinen Zahlungsverpflichtungen in der Vergangenheit nachgekommen ist. Liegen ein oder mehrere negative Einträge vor, für dies in der Regel immer zu einer Ablehnung. Ein weiteres Kriterium für die Bonität ist der Verschuldungsgrad. Liegen bereits andere Kreditverpflichtungen vor, führt dies ebenfalls zu einer Herabsetzung der Bonität.

Bonität hat Auswirkungen auf die Kosten

Die Bonität wirkt sich nicht nur auf die Kreditvergabe, sondern auch auf den effektiven Jahreszins aus. Immer mehr Banken bieten mittlerweile bonitätsabhängige Zinsen an. Je höher das Einkommen, desto günstiger fällt auch der Zinssatz aus. Dabei sind die Zinsspannen teileweise erheblich. Nicht selten werden Kredite mit einem effektiven Jahreszins zwischen 4,5 und 15 Prozent angeboten. Der günstige Einstiegszinssatz ist dabei für Kreditnehmer mit einem sehr hohen Einkommen vorbehalten. Für Personen mit einem eher normalen Einkommen kann es deshalb günstiger sein, sich für einen Kredit mit bonitätsunabhängigem Zinssatz zu entscheiden.

4. Voraussetzung: Einkommen bei Arbeitnehmern

Zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine Kreditvergabe gehört ein regelmäßiges Einkommen in ausreichender Höhe. Die Bonität ergibt sich aus der Einkommenshöhe abzüglich vorhandener Verpflichtungen. Arbeitnehmer und Beamte mit einer abhängigen Beschäftigung haben dabei den Vorteil, dass sie über ein regelmäßiges Einkommen verfügen, welches sich leicht nachweisen lässt. Deshalb werden sie gegenüber Selbstständigen oder Freiberuflern bei der Kreditvergabe bevorzugt. Im Idealfall ist der Antragsteller bereits Längerem bei seinem jetzigen Arbeitgeber beschäftigt und besitzen einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

5. Voraussetzung: Einkommen von Selbstständigen und Freiberuflern

Selbstständige und Freiberufler verfügen in der Regel nicht über ein gleichmäßig hohes Einkommen. Dadurch wird die Kreditvergabe zwar erschwert, jedoch nicht unmöglich. Es gibt durchaus Banken, die ihre Kredite auch an selbstständig oder freiberuflich tätige Personen. Da Selbstständige keine Einkommensnachweise vorlegen können, fällt die Bonitätsprüfung etwas aufwendiger aus. In der Regel müssen Antragsteller die Steuerbescheide und Jahresabschlüsse der Letzten beide Jahre vorlegen. Je nach Kreditsumme und Bank wird zudem noch eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) verlangt. Oftmals ist noch eine Prognose der in Zukunft zu erwartenden Einnahmen erforderlich. Diese kann beispielsweise anhand der Auftragsbücher erstellt werden.

Tipp: Mehr Infos zum Thema sKredit als Selbstständiger bekommen – Voraussetzungen und Hilfe

6. Voraussetzung: Der Haushaltsplan des Kreditnehmers

Unabhängig davon ob der Kredit von einem Arbeitnehmer oder Selbstständigen benötigt die Bank einen Haushaltsplan. Dieser beinhaltet auf der einen Seite die vorhandenen Einnahmen und auf der anderen die regelmäßigen Ausgaben wie Miete, Versicherungen und Lebenshaltungskosten. Um einen Kredit bewilligt zu bekommen muss unterem Strich ausreichend Geld zur Verfügung stehen, um die monatlichen Raten begleichen zu können. Was die Lebenshaltungskosten betrifft, legen die Banken je nach Haushaltsgröße einen bestimmten monatlichen Pauschalbetrag zugrunde. Für einen Sinlge-Haushalt beträgt diese in der Regel zwischen 650 und 700 Euro. Pro weitere Person kommt dann ein Betrag von 200 Euro hinzu. Die Pauschale wird bereits für Säuglinge angesetzt, da sich die Kosten im Laufe der Jahre erhöhen.

7. Voraussetzung: Sicherheiten des Kreditnehmers

Je nach Kreditart und Kredithöhe verlangen die Banken noch zusätzliche Sicherheiten. Dies gilt insbesondere für Kredite zur Fahrzeug- oder Immobilienfinanzierung. So wird bei Autokrediten zumeist eine Hinterlegung des Fahrzeugbriefs bzw. der Zulassungsbescheinigung verlangt. Erst nach vollständiger Tilgung des Kredits wird dieser dann dem Kreditnehmer und Fahrzeughalter ausgehändigt. Bei einer Immobilienfinanzierung wird die Bank als Gläubiger ins Grundbruch eingetragen.

Bei kleineren Krediten sind dagegen zumeist keine besonderen Sicherheiten erforderlich. Hier reicht der Nachweis aus, dass die Kreditraten aus dem vorhandenen Einkommen beglichen werden können. Allerdings haben Kreditnehmer die Möglichkeit durch zusätzliche Sicherheiten wie einem Bürgen oder einer Immobilie die Möglichkeit, die eigene Bonität zu erhöhen. Dies kann unter Umständen zu einem günstigeren Zinssatz führen.

Restschuldversicherung ist keine Voraussetzung für eine Kreditvergabe

Die meisten Banken bieten zur Absicherung ihrer Kredite eine Restschuldversicherung an. Diese löst bei Tod des Kreditnehmers die noch offene Kreditsumme ab. Dazu übernimmt die Versicherung zumeist bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit für einen gewissen Zeitraum die monatlichen Raten. Allerdings dürfen Banken die Kreditvergabe nicht vom Abschluss einer Restschuldversicherung abhängig machen. Wäre dies der Fall, dann müssten die Kosten hierfür in den effektiven Jahreszins eingerechnet werden. Gerade bei kleineren Krediten kann eine Restschuldversicherung die Kreditkosten deutlich in die Höhe treiben.

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